Was ist Hochbegabung?

Am häufigsten wird auf IQ-Tests zurück gegriffen: Ab 130 IQ spricht man von hochbegabt. Dies betrifft etwa 2% der Kinder. Somit kommt in etwa auf 2 Regelklassen ein hochbegabtes Kind. Es gibt aber auch Definitionen, welche unterschiedliche Intelligenz-Arten anführen (Gardner) oder Modelle, welche das Zusammenspiel von hohen Fähigkeiten, Kreativität und Aufgabenverpflichtung voraussetzen (Renzullis 3 Ringe). Misst man nun "High Potential" oder "High Performance"?

Weshalb braucht es Talenta?

Für die Gründer der Talenta war klar: Die unzähligen Anrufe verzweifelter Eltern machten deutlich, dass es sich die Gesellschaft nicht leisten konnte, weitere 150 Jahre gescheit zu diskutieren, ohne etwas zu tun. Nun steht die Hoffnung im Zentrum, das Beispiel der Talenta möge "Schule machen". Einiges hat sich in Richtung Förderangebote und Zusatzunterricht getan. Es reicht aber nicht aus - und schon gar nicht für alle. Das Loch im System der Regelklasse ist etwas kleiner geworden. Mehr nicht.

Was bietet die Talenta an?

Erstens: eine Primarschule nach Zürcher Lehrplan 1. bis 6. Klasse, aufgeteilt in 3 Gruppen à 10-12 hochbegabte Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Zweitens: einen zweijährigen Kindergarten mit diversen Zusatzangeboten für hochbegabte Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren. Drittens: einen Mittwoch-Nachmittagskurs "Talenta Science Series" à je 3 Lektionen für interessierte (externe) Kinder im Talenta-Alter. Viertens: Massgeschneiderte Vorbereitungskurse auf die Prüfung für das Zürcher Langzeit-Gymnasium im Anschluss an die 6. Primarklasse.

Wie funktioniert die Tagesschule?

Die meisten Kinder treffen gestaffelt mit dem öffentlichen Verkehr ein (Bringen und Abholen ist ebenfalls möglich) und verlassen die Schule ebenfalls individuell. Talenta bietet Betreuung von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Neben Pausenplatz, Spielräumen, Bibliothek und Fitnessraum verfügt die Talenta über einen hellen, geräumigen Aufenthaltsraum, in welchem der mitgebrachte Lunch vorbereitet und zu sich genommen werden kann. Zwei Betreuer unterstützen die Kinder in der Mittagspause.

Wieviel kostet die Talenta?

Talenta muss alle Kosten aus dem Schulgeld decken. Dieses beträgt für die Primarschule CHF 2'000 im Monat (CHF 24'000 pro Schuljahr). Der Kindergarten kostet CHF 1'800 pro Monat (CHF 21'600 pro Schuljahr. Für Schulmaterial und Exkursionen kommen noch geringfügige Beträge dazu (insgesamt nicht über CHF 500 pro Jahr). Der TSS-Kurs für externe Kinder kostet CHF 80 pro Nachmittag (3 Lektionen).

Ist die Schulgemeinde nicht zahlungspflichtig?

Leider nein. Trotz Schulpflicht und gesetzlicher Forderung nach adäquatem Unterricht verpflichtet das Bundesgericht die Kantone vorderhand nur zu "ausreichendem" Unterricht. In der Regel genügen dazu Zusatzangebote in der Regelklasse, das Überspringen einer Klasse etc. Die seelische Not unterforderter Kinder spielt kaum eine Rolle. Einzelne Gemeinden handeln jedoch freiwillig. Ein einklagbares Grundrecht, in der Schule etwas zu lernen, besteht für unsere Kinder leider nicht.

Gibt es Stipendien für Talenta?

Staatliche Stipendien gibt es keine. Hingegen bestehen einzelne private Stiftungen, welche in einzelnen Fällen intellektuell begabte Kinder unterstützen (musisch-sportliche Talente haben es leichter). Der Verein Talenta hat selber bescheidene Rücklagen erwirtschaftet. Daraus können allenfalls Härtefälle überbrückt werden. Zunächst müssen jedoch die Eltern alles ihnen Mögliche unternehmen.

Woher kommen die Talenta-Kids? Schulwege?

Grundsätzlich kann jedes hochbegabte Kind im Alter von 4 bis 12 Jahren in die Talenta aufgenommen werden. Natürliche Grenzen setzt allein der zumutbare Schulweg. Aus der Zürcher Stadtmitte benötigt man mit dem Tram bloss 5-7 Minuten bis zum Standort an der Weinbergstrasse 109. Die Schüler stammen aus allen Ecken des Kantons Zürich und aus umliegenden Kantonen wie Zug, Luzern, Aargau und Thurgau. Dass junge Kinder so lange Schulwege ohne Murren in Kauf nehmen, hat uns sehr überrascht und ist ein Fingerzeig auf ihre Schulprobleme.

Wie sieht das Konzept von Talenta aus?

In Kürze: Wir wollen den Kindern das eigene Lerntempo zugestehen und vermeiden Lernbarrieren. Die Fächer werden häufig in Zweier- und Kleingruppen, im Klassenverband oder in der Halbklasse erteilt, um soziales Lernen zu unterstützen. Das methodisch-didaktische Feinkonzept wird laufend mit der wiss. Begleitung entwickelt und durch Supervision überprüft. Es gilt, den geeigneten Weg zwischen Beschleunigung und Vertiefung des offiziellen Lehrstoffs der Zürcher Primarschule sowie des ergänzenden Sprach-, Fach- und Projektunterrichts zu finden. Dabei wird das Befinden von Kindern und Eltern regelmässig erfragt, was sehr hilfreich ist. Das Feedback der Kinder ist für uns unschätzbar. Aber auch die internationale Kontakte und der Austausch mit führenden Fachleuten. Weil die Kinder sehr unterschiedlich sind, müssen es auch die Lehrmethoden sein.

Kann ich bei der Talenta "mal reinschauen"?

Eher nein. Wir sind kein Zoo. Ohne klare Fragestellung und gezielte Vorbereitung brächte das dem Besucher ohnehin wenig. Denn es ist ja nicht "alles anders". Selbstverständlich lassen sich via Schulleiter Xaver Heer Einblicke planen und durchführen - für interessierte Eltern, Behördemitglieder, Studierende (Diplomarbeiten), Fachreportagen. Anfangs war das Lehrerteam zu grosszügig, was die Konzentration im Klassenzimmer beeinträchtigte. Talenta ist aber jederzeit kurzfristig bereit, Konzept und Erfahrungen vorzustellen und zu diskutieren (Kontakt: Geschäftsstelle).

Gibt es ähnliche Schulen wie Talenta?

Sicher ist die Öffentlichkeit heute offener gegenüber der Problemlage hochbegabter Kinder. Deshalb befinden sich in privaten Schulen und zahlreichen Kantonen Förderkonzepte im Aufbau. Eine zweite, reine Hochbegabtenschule von der Grösse und Erfahrung der Talenta ist uns nicht bekannt. Über die beste Übersicht verfügt wahrscheinlich der Verein betroffener Eltern: www.ehk.ch.

Wie läuft das Aufnahmeverfahren ab?

In jedem Fall benötigen wir eine professionelle Potenzialanalyse. Diese Abklärung muss durch einen unabhängigen Fachmann erfolgen (schulpsychologischer Dienst, Psychologe, Psychiater). Zentral sind die Gespräche mit Kind, Eltern, Lehrpersonen und die Eindrücke aus dem Schnuppertag in einer Talenta-Gruppe. Man muss sich finden und sich mögen. Erfahrungen mit Kindern, deren externe Potenzialanalyse sich im Schulalltag nicht bestätigt hat, mahnen zur Vorsicht (Überforderung).

Kann man Kinder bei der Talenta testen?

Eine häufige Frage: Nein! Talenta bietet eine praktische, schulische Lösung und ist keine psychologische Beratungsstelle. Bei Talenta arbeiten Pädagogen mit staatlichen Diplomen - keine Psychologen oder Psychiater. Abklärungen können via Lehrperson oder Schulbehörde bei schulpsychologischen Beratungsdiensten oder bei privaten Spezialisten vorgenommen werden. Eine sorgfältige professionelle Abklärung ist aus Sicht von Talenta in jedem Falle zwingend.

Seit wann gibt es die Talenta eigentlich?

Talenta wurde am 17. August 1998 in Zürich-Witikon im Schulhaus Looren B in 2 Schulzimmern mit 9 hochbegabten Kindern eröffnet. Die Gründung der Schule erforderte einen zweijährigen Effort mit einem stürmischen Auf und Ab - mit harten Rückschlägen. Denn es galt, gleichzeitig Lehrkräfte, Räumlichkeiten, Startkapital, Schüler, Schulprogramm und viele Bewilligungen bereit zu stellen.

Wer steht hinter der Talenta?

Der kleine, private "Verein Talenta zur Förderung überdurchschnittlich begabter Kinder" mit Sitz in Zürich. Er wurde 1996 von Pädagogen und betroffenen Eltern in Zug gegründet. Er versteht sich als experimentierfreudige, innovative Gruppe, die einen konkreten Beitrag zur Begabtenproblematik leisten will. Die Schule selber (als wichtigstes Projekt) wurde 1998 von Xaver Heer und Jean-Jacques Bertschi gemeinsam realisiert. Heute ist J.-J. Bertschi Vereinspräsident und X. Heer Schulleiter.

Woher stammt der Name Talenta?

Die Idee entstammt einem Brainstorming im Gründerverein. Der eingängliche Namen ist ein (mittlerweile geschütztes) Kunstwort, das ausdrücken soll, dass wir es mit dem kostbarsten Gut unserer Kinder zu tun haben. Und dass man dieses (wie im Gleichnis in der Bibel) entwickeln muss.

Wie ist die Marke Talenta geschützt?

Erstens: Talenta beschränkt sich auf Primarschule und Kindergarten. Dort sind die Begabungsfenster weit offen. Zweitens: Talenta garantiert jedem Kind, dass es in seinem Lerntempo und in seiner Lernintensität voranschreiten kann (und entwickelt die dazu erforderlichen Methoden). Drittens: Talenta legt Wert auf Gemeinschaftsförderung. Die Individualisierung des Lehrstoffs darf nicht zu Isolierung und fehlender Sozialkompetenz führen. Wir glauben, dass hochbegabte Kinder eine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft haben. Viertens: Für die Aufnahme von Kindern ist nicht ihre Herkunft, sondern einzig und allein die Begabung massgebend. Jeder Aufnahme geht ein professionelles Abklärungsverfahren voraus. Allerdings: Die Eltern müssen das Schulgeld entrichten (vereinzelt unterstützt durch ihre Schulgemeinde bzw. Stiftungen).

Weshalb war die Presse für Talenta wichtig?

Talenta wagte es erstmals, den Leidensweg vieler hochbegabter Kinder (dokumentiert durch 4'000 Telefongesprächen mit betroffenen Eltern) abzukürzen und ihnen eine angemessene Lernumgebung zu schaffen. Finanziell war das für den kleinen Verein ein Risiko im hochroten Bereich. Dass da jemand ohne kommerzielle Interessen das Tabu der Begabtenförderung in der Volksschule unvoreingenommen anpackte, trug den Initianten in der Presse allerdings viel Sympathie ein. Diese Sympathie war eine Voraussetzung für die finanzielle Starthilfe aus der Zürcher Wirtschaft. Und die Verbreitung von Idee und Namen war überdies hilfreich bei der ersten Schülersuche ...

Wie wird der Betrieb von Talenta finanziert?

Talenta ist eine 100% private Pionierschule im Kanton Zürich und hat somit für alle Kosten vollumfänglich selber aufzukommen. Das Schulgeld ist so bemessen, dass es - bei guter Auslastung der Schule! - gerade kostendeckend ist. Der Verein Talenta verfolgt keine kommerziellen Interessen. Wegen ihres gemeinnützigen Charakters (viele Arbeiten werden ohne Bezahlung geleistet) wurde die Schule 2004 durch die Finanzdirektion des Kantons Zürich von den Steuern befreit. Seit dann sind Spenden steuerlich abzugsfähig.

Wer beaufsichtigt Talenta?

Zunächst hat der Verein selber ein direktes Interesse, dass seine Pionierschule gute Arbeit leistet. Zweitens baut er auf die wiss. Begleitung und die Feedbacks und Besuche nach Fachkongressen, an denen die Schule ihre Konzepte und Erfahrungen exponiert. Drittens untersteht Talenta der Aufsicht der Bildungsdirektion des Kantons Zürich (Privatschulen) und wird regelmässig besucht. Auch die spontanen und die strukturierten Feedbacks der Talenta-Kids bilden einen Regelkreis der Qualitätssicherung und ermöglichen eine differenzierte Steuerung der Angebote.

Wie gross ist die Zielgruppe für Talenta?

Wir gehen von 2% hochbegabten Kindern aus. Allein im Kanton Zürich wären das 2'000 der 100'000 Kindergarten- und Primarschulkinder. Die meisten "arrangieren" sich. Gemäss unserer Schätzung gerät rund ein Viertel der Hochbegabten in ernsthafte schulische und persönliche Probleme. Das wären dann "nur" 500 zutiefst unglückliche Kinder mit Eltern, die weder ein noch aus wissen. Mit rund 40 bis 50 Kindern bleibt Talenta ein Trostpflaster - ein Tropfen auf den heissen Stein.

Wie fördert man hochbegabte Kinder?

Weil Kinder unterschiedlich "gestrickt" sind, führen sicher viele Wege nach Rom. Kaum falsch ist es, einen pluralistischen, individuell fordernden und sozial eingebetteten Unterricht anzubieten. Wie bei allen Kindern, spielt die Beziehung zu Pädagogen und Kameraden eine grosse Rolle. Dank kleinen Klassen kann Talenta mehr Aufwand treiben - auch bezüglich Elternkontakten. Beispiel: Komplexe wiss. Projekte in Kleingruppen kann eine Regelklasse nicht in vergleichbarer Qualität durchführen. kann. Grundsätzlich bildet eine zeitgemässe Methodik/Didaktik die Basis. Es gibt ja wohl keinen "Hirnsprung" zwischen 129 du 131 IQ ...

Wie wählt Talenta Lehrpersonen aus?

Gegenwärtig bilden 6 Lehrkräfte mit grösseren Pensen das Rückgrat der Talenta. Sie werden durch Spezialisten (Fremdsprachen, Schreibmaschine etc.) ergänzt. 2-3 Lehrpersonen verfügen über eine akademische Ausbildung für die Gymnasialstufe. Alle haben ein staatliches Lehrdiplom oder sind in Ausbildung. Wichtiger als Kurse in Begabtenförderung sind für die Talenta a) glaubwürdige Persönlichkeit, b) Erziehungsgeschick, c) überdurchschnittliches Engagement und d) eine offene Feedbackkultur. Die Kinder reagieren sofort und empfindlich auf Lücken in diesem Katalog.

Was sind die nächsten Ziele von Talenta?

Talenta will nicht wachsen, sondern gut bleiben. Das Hauptaugenmerk gilt den parallel zum Unterricht entwickelten Methoden und deren Verfeinerung. Wunschziel wäre die Erforschung und wissenschaftliche Sicherung der Erfolgsmerkmale. Und die Möglichkeit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit zugunsten von praxisnahen Schullösungen für begabte Kinder. Wie lange will unsere Gesellschaft die grossen Potenziale dieser "Randgruppe" noch brach liegen lassen?

Kann man Talenta finanziell unterstützen?

Ja. Und zwar zugunsten von Eltern, die das Schulgeld nicht aufbringen können. Dank der Steuerbefreiung (Gemeinnützigkeit) sind übrigens alle Spenden bei den Steuern abzugfähig. Konto: Verein Talenta, 8006 Zürich, IBAN: CH55 0900 0000 8708 3334 0, BIC: POFICHBEXXX.
Auskunft erteilt die Geschäftsstelle (Telefon +41 44 222 00 22).