Die Grundhaltung

         
           

Menschenbild

         
Das Menschenbild von Talenta betrachtet Hochbegabung als eine normale, fassbare und bekannte Erscheinung. Es ist normal, im einen oder andern Bereich vom Durchschnitt abzuweichen. Im Rahmen einer gesunden gegenseitigen Wertschätzung gehören Vergleiche und Standortbestimmungen durchaus zum Leben. Die Kinder sollen Schritt für Schritt in ihrem Arbeits- und Lernverhalten, in ihrer Sozialkompetenz und in ihren intellektuellen und musischen Fähigkeiten gefördert werden. Im Falle der Hochbegabung setzen wir uns zum Ziel, in den Kindern neben der Freude am eigenen Leistungsvermögen auch ein besonderes Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft zu entwickeln.          
         

Pädagogische Grundhaltung

         

Zwar glauben wir, dass gewisse Unterichtsformen für hochbegabte Kinder besser geeignet oder stärker zu betonen sind als andere. Wir gehen aber schrittweise vor, ohne dass wir bewährte Methoden oder pädagogische Grundsätze auf den Kopf stellen. Wir bleiben bewusst offen und hinterfragen den Unterrichtserfolg selbstkritisch und systematisch.
Die Lehrkräfte tauschen sich regelmässig aus, bilden sich gezielt weiter, integrieren die Eltern monatlich in den Lehrerkonvent, stellen sich der wissenschaftlichen Begleitung und können auf eine kompetente Supervision zurückgreifen. Wir informieren die Öffentlichkeit offen und umfassend. Mit Institutionen, die sich mit vergleichbaren Problemstellungen beschäftigen, tauschen wir häufig und gerne Erfahrungen aus.

         
Das preisgünstige Angebot der Talenta ist nur möglich, weil der Vorstand des Vereins ohne jede Entschädigung und die Verwaltung der Talenta zu stark ermässigten Monatspauschalen arbeitet.
Da Talenta doppelt so viele Lehrpensen einsetzt wie eine Regelklasse und ihre Lehrpersonen zu den offiziellen staatlichen Ansätzen entschädigt, hat sie im wesentlichen auch doppelte Kosten gegenüber einer Regelklasse. Talenta stellt überdies ein doppelt so grosses Raumangebot zur Verfügung und verwendet für ihren Unterricht hochwertige Unterrichtsmaterialien inkl. Präzisionsgeräte und IT-Ausrüstung für die Science-Projekte.
         
           

Gemeinschaftsförderung

         
Das Zusammenleben in der Talenta ist sehr anspruchsvoll, sind doch die Motive, die Voraussetzungen und die Erwartungen von Kindern und Eltern ausgesprochen vielfältig. Wir sind der Ansicht, dass gerade hochbegabte Kinder auf eine gute Sozialkompetenz angewiesen sind, um mit ihren auffälligen Fähigkeiten nicht sofort Abwehrreflexe auszulösen. Gegenseitiger Respekt, Verständnis für besondere Bedürfnisse des Partners, Einordnung in eine Gruppe, Eigeninitiative und Eigenverantwortung, Beteiligung an gemeinsamen Pflichten usw. sind wichtige Stichworte zur Gemeinschaftsförderung in der Talenta. Dazu gehört der selbstbewusste Umgang mit Konflikten ebenso wie das Erkennen eigener Grenzen. Wir gehen davon aus, dass unsere Talenta-Eltern diese Grundhaltung teilen und uns darin unterstützen.          

 

         

(Mindestens) 3 typische Gruppen Hochbegabter!

         
Zwar ist in den vergangenen Jahren - nach 170 Jahren "Pause" im öffentlichen Schulwesen - auch in der Frage der Begabtenförderung einiges in Gang gekommen. Allerdings beschränken sich die staatlichen Ansätze bisher auf ein "mehr desselben" oder auf die Sparte "nice-to-have": Mit einigen Zusatzlektionen, sozusagen "Appetithäppchen" soll der übergrosse Wissensdurst hochbegabter Kinder gestillt werden... Auch verkennt dieses (Teil)Konzept die Vielfalt an Problemen. Aus der Erfahrung von Talenta kann man - provisorisch - drei grosse Fragestellungen ausmachen. Dazu haben wir einen grösseren Artikel verfasst:          
           

Wer soll(te) was tun?

         
  1. Die öffentliche Schule könnte durch überzeugende "Schulentwicklung" die Rahmenbedingungen für Kinder mit hohem Potenzial generell verbessern, durch bessere Lehrmittel, Gruppenunterricht, Förderstunden, Fördertage.
  2. Zu diesem Zwecke erachten wir die Lehrerfortbildung als zentrale und wirksame (zugleich kosteneffiziente) Massnahme.
  3. Gleichzeitig müssten sich die Schulsysteme öffnen für die unangenehme Wahrheit, dass wahrscheinlich auch in diesem Bereich - zumindest periodisch - Pullout-Programme oder besondere Klassen unverzichtbar sind. Die Grenzbezirke sind vor Ort in der Praxis, nicht am grünen, sondern am runden Tisch zu klären.
  4. In der Schweiz böte das föderalistische Schulsysteme sehr gute Startbedingungen: Kantonale Behörden sollten die Gemeinden ermuntern, beraten und begleiten in möglichst vielen Versuchen! Nicht blockieren und behindern!
  5. Die Initiativen Privater sind dankbar in die allgemeinen Bemühungen zu integrieren; denn sie waren es, welche die Problematik ins Bewusstsein der Oeffentlichkeit gebracht haben. Sie sind oft rascher, weil sie ein Projekt ohne Fesseln und komplexe Rücksichtnahmen angehen können.
  6. Die pädagogische Hochschulen sollen sich schleunigst über den Forschungsstand und über praktizierte Formen der Begabungsförderung in Europa ins Bild setzen und Programme entwerfen.
         
Erst wenn wir sehr viel mehr getan haben als heute, können wir die akademisch pauschale (und wahrscheinlich in dieser Form irrelevante) Diskussion wieder aufnehmen, ob nun separative oder integrative Massnahmen eher zum Heil führen.          

Do it: Die Zeichen stehen auf Sturm. Länder, die etwas auf ihre Bildung geben, müssen handeln. Selbst der deutsche Bundeskanzler nahm schon 1999 von der ansteckenden Präsenz der Talenta in Hannover Kenntnis. Nur der schweizerische Bundesrat verwies kühl auf die abschliessende Kompetenz ...der Kantone. Brief an den Bundesrat

         
         

Prioritäten für den Aufbruch

         
Weil wir diese universal für gültig und dringend halten und international häufig vorstellen, notieren wir sie als "Summary in English":          
           

Beispiele: EXEMPLA TRAHUNT:

         
  • Real life is more credible...
  • The example is quick, sincere, helpful, accessible
  • Authorities have to (re)act & to answer questions
  • As long as you learn you are never wrong!
         
           

3 Pfeiler: Standards are - however – imperative:

         
  1. Try it & do it, but rest on TQM in evaluation (by a 3rd party!)
  2. Open exchange leads to networks & synergies
  3. Your staff decides it: IQ, sensitivity, leadership
         
           

Sofort: What should we do now?

         
  1. Create a positive mood for the GT (PR, media)
  2. Respect the specific needs of GT subgroups
  3. Establish priorities: act, evaluate & exchange
         
           

Es lauern Fallen: Traps for pioneers...

         
  • Always stress: HT are children that want to be happy
  • If they obtain super results, it‘s a gift, not the goal
  • Open the ‚public eye‘ for HT needs, but do not preach
  • Start small, but start soon (time for results!)
  • Walk slowly, step by step, but walk steadily
  • There is always the unexpected – so love it!
  • Save money on infrastructure, spend it for teaching
  • No mix-up between concept & parent participation
  • Mistakes are allowed: your are first to try...
  • Admit them in public, but show how you go on
         
(GT = gifted & talented children)